Postvirale Syndrome wie ME/CFS und Long COVID zählen zu den großen medizinischen Herausforderungen unserer Zeit. Rund 10 % aller Patient*innen entwickeln nach Virusinfektionen ein postvirales Syndrom – mit erheblichen gesundheitlichen, sozialen und volkswirtschaftlichen Folgen.
Der Universitätslehrgang qualifiziert Gesundheitsberufe praxisnah, interdisziplinär und evidenzbasiert, um Patient*innen mit postviralen Syndromen frühzeitig zu erkennen, korrekt zu diagnostizieren und leitlinienkonforme, individuelle Therapiekonzepte umzusetzen.
Mehr Versorgungsqualität | Entlastung des Gesundheitssystems | Nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität
Einzelne Module können als individuelle Weiterbildung gebucht werden.
Im Überblick
Dauer: 2 Semester, berufsbegleitend
ECTS: 30
Abschluss: Abschlusszeugnis
Kosten: € 4.000,-
Start: Wintersemester 2026/27
Qualifikationsprofil & Learning Outcomes
Die Absolvent*innen werden aufgrund der erlangten Kenntnisse befähigt, Patient*innen mit PostviralenSyndromen frühzeitig zuerkennen, eine evidenzbasierte Diagnostik anhand aktueller Guidelines durchzuführen sowie ein individualisiertes Behandlungskonzept zu erstellen.
Sie sind in der Lage:
aktuelle Forschungsergebnisse in Bezug auf postvirale Syndrome korrekt zu interpretieren,
Grundlagen der Mikrobiologie/Infektionsserologie bzw. der Covid-19 Pandemie zu verstehen,
das Krankheitsbild von ME/CFS umfangreich kennenzulernen und pathophysiologisch zu verstehen,
Patient*innen mit Verdacht auf postvirale Syndrome, anhand des D-A-CH Konsensus-Statement abzuklären,
ein einfaches therapeutisches Konzept für Patient*innen, welche anpostviralen Syndromen erkrankt sind,
zu erstellen.
Das Studium entspricht dem Niveau 4 des Europäischen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen (EQR).
Bedarf & Relevanz
Postvirale Syndrome treten nach Virusinfektionen in etwa bei 10% aller Patient*innen auf. Ein Häufigkeitsgipfel trifft dabei weibliche Personen im Alter zwischen 25 und 45 Jahren. Leitsymptom ist dabei die Post Exertional Malaise mit einer ausgeprägten Belastungsintoleranz, wobei die Lebensqualität der Betroffenen deutlich eingeschränkt ist. Aktivierende Therapiemaßnahmen sind kontraindiziert, weshalb neben gesundheitlichen oftmals auch soziale bzw. finanzielle Sorgen hinzukommen. Ein multiprofessionelles Setting ist daher unumgänglich, um hier den Gesundheitszustand der Patient*innen nachhaltig verbessern zu können.
Für die Absolvent*innen des Universitätslehrgangs Diagnostik und Therapie von Postviralen Syndromen ist insbesondere die multidisziplinäre Vernetzung und Zusammenarbeit mitfolgenden Berufsgruppen relevant:
Ärztinnen und Ärzte,
Physiotherapeut*innen,
Ergotherapeut*innen,
Psycholog*innen sowie
Pflegekräften.
Zielgruppe
Personen, die ein vertieftes Verständnis für postvirale Syndrome erlangen und sich Kenntnisse zu deren Diagnostik, Behandlung und Betreuung aneignen möchten.
Ärzt*innen
Pflegekräfte
Physiotherapeut*innen
Ergotherapeut*innen
Psycholog*innen
sowie weitere Gesundheitsberufe mit mindestens zwei Jahren Berufserfahrung.
Voraussetzungen für die Zulassung
Eine abgeschlossene Berufsausbildung im
medizinischen,
psychologischen oder
pflegerischen Bereich oder
im gehobenen medizinisch-technischenDienst,
und
eine mindestens 2-jährige Berufspraxis.
Die Absolvierung von einzelnen Unterrichtsfächern als Weiterbildungsveranstaltung ist nach Maßgabe freier Kapazitäten möglich. Die Auswahl und Zustimmung obliegt der Lehrgangsleitung.
Aufbau & Gliederung
Der Universitätslehrgang Diagnostik und Therapie Post viraler Syndrome
wird berufsbegleitend angeboten
umfasst 2 Semester
gliedert sich in 5 Module
und eine Abschlussarbeit
für welche insgesamt 30 ECTS-Anrechnungspunkte vergeben werden.
Die Abfolge der Module ist nicht aufbauend und kann von der Lehrgangsleitung geändert werden.
Lehrgangsinhalte
Grundlagen in Diagnostik von postviralen Syndromen
Therapeutische Optionen am Beispiel ME/CFS
Aktuelle Forschungsergebnisse
Management der Erkrankung ME/CFS
Hospitation
Abschlussarbeit
Der Besuch einzelner Module/Lehrveranstaltungen als individuelle Fortbildung ist möglich.
Abschluss
Der Universitätslehrgang gilt als erfolgreich absolviert, wenn alle Prüfungen und Praktika sowie die schriftliche Abschlussarbeit positiv abgeschlossen wurden. Nach positiver Erbringung sämtlicher, im gegenständlichen Curriculum vorgesehener Leistungsnachweise wird den Absolvent*innen des Universitätslehrgangs ein Abschlusszeugnis der Medizinischen Universität Graz ausgestellt.
Kosten
Die Kosten für den Universitätslehrgang betragen € 4.000,-.
Einzelne Module können als individuelle Weiterbildung gebucht werden. Die Kosten pro Modul betragen € 1.000,-.
Für Med Uni Mitarbeiter*innen sind die Kosten über die „Skill-Up!“ Weiterbildungsinitiative förderbar! Beantragung ab 13.4. Details (Link zu https://muniverse.medunigraz.at/page/455)
Termine
Der nächste Universitätslehrgang startet vorraussichtlich im Wintersemester 2026/27.